Fachbegriffe in der Pflege & Abkürzungen

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A

Abkürzungen
Abkürzungen in der Pflegedokumentation
Standardisierte Kurzformen die in der Pflegedokumentation verwendet werden, z. B. li. (links), re. (rechts), RR (Blutdruck), NRS (Schmerzskala), BZ (Blutzucker), HF (Herzfrequenz), SpO₂ (Sauerstoffsättigung), VW (Verbandwechsel), AVO (ärztliche Verordnung), PDL (Pflegedienstleitung). Abkürzungen müssen einrichtungsintern definiert und für alle Mitarbeitenden verständlich sein.
AEDL
Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens
Pflegemodell von Monika Krohwinkel mit 13 Lebensbereichen (z. B. Kommunizieren, Sich bewegen, Essen & Trinken). Grundlage für die Pflegeplanung und -dokumentation.
Aktivierende Pflege
Aktivierende Pflege
Pflegeansatz bei dem vorhandene Fähigkeiten des Pflegebedürftigen gezielt gefördert werden statt sie zu ersetzen. Ziel ist der Erhalt oder die Verbesserung von Selbstständigkeit. Gegenteil: kompensierende Pflege (Übernahme von Tätigkeiten).
Anordnungsverantwortung
Anordnungsverantwortung
Verantwortung der anordnenden Ärztin oder des anordnenden Arztes für Indikation, Richtigkeit und Eindeutigkeit einer Anordnung sowie für die Auswahl einer qualifizierten Person zur Durchführung. Sie verbleibt beim ärztlichen Dienst, auch wenn die Maßnahme delegiert wird. Gegenstück ist die Durchführungsverantwortung der Pflegekraft.
APH
Altenpflegeheim
Vollstationäre Pflegeeinrichtung mit Unterkunft, Verpflegung sowie Pflege und Betreuung rund um die Uhr. Rechtsgrundlagen sind das SGB XI sowie die Wohn- und Teilhabe- bzw. Heimgesetze der Länder.
Aspirationsprophylaxe
Aspirationsprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung des Eindringens von Speisen, Flüssigkeiten oder Erbrochenem in die Atemwege. Umfasst Oberkörperhochlagerung bei der Nahrungsaufnahme (mind. 30°), angepasste Kostformen (püriert, angedickt) bei Dysphagie, langsame Nahrungsverabreichung, Mundpflege nach den Mahlzeiten und regelmäßige Lagerungskontrolle.
ATL
Aktivitäten des täglichen Lebens
Ähnlich wie AEDL – älteres Pflegemodell nach Nancy Roper. Beschreibt grundlegende Tätigkeiten wie Körperpflege, Mobilität oder Schlafen, die für die Pflegeanamnese genutzt werden.
ATS
Anti-Thrombose-Strümpfe
Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe mit definiertem Druckverlauf, die den venösen Rückstrom fördern. Erfordern Größenermittlung durch Ausmessen (nicht schätzen), faltenfreien Sitz und tägliche Hautkontrolle, besonders an Ferse und Zehen. Kontraindiziert u. a. bei pAVK und akuten Hauterkrankungen. Anlegen, Ablegen und Hautzustand gehören in die Dokumentation.
AU
Arbeitsunfähigkeit
Zustand, in dem eine Person aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht in der Lage ist, ihrer Arbeit nachzugehen. Wird durch ärztliche Bescheinigung (AU-Schein) belegt.
AVO
Ärztliche Verordnung / Anordnung
Schriftliche Anweisung eines Arztes zu medizinischen Behandlungsmaßnahmen und Medikamenten. Pflegerische Maßnahmen werden eigenverantwortlich von Pflegefachpersonen geplant und durchgeführt – eine ärztliche Anordnung ist dafür nicht erforderlich. Die AVO ist in der Pflegedokumentation als Grundlage für ärztlich verordnete Maßnahmen zu dokumentieren.

B

Basale Stimulation
Basale Stimulation
Pflegekonzept nach Andreas Fröhlich zur Wahrnehmungsförderung bei Menschen mit schweren Einschränkungen. Spricht grundlegende Sinne an: somatisch (Körpergefühl), vestibulär (Gleichgewicht), vibratorisch (Schwingung). Wird in der Pflegeplanung dokumentiert.
BD
Blutdruck
Druck des Blutes in den Arterien. Wird in mmHg angegeben – z. B. 120/80 mmHg (systolisch/diastolisch). Wichtiger Vitalparameter in der Pflegedokumentation.
BESD
Beurteilung von Schmerzen bei Demenz
Beobachtungsskala zur Schmerzeinschätzung bei Menschen, die sich nicht verbal äußern können. Bewertet fünf Verhaltensmerkmale wie Atmung, Lautäußerungen und Körpersprache auf einer Skala von 0–10.
BGA
Blutgasanalyse
Laboruntersuchung zur Beurteilung von Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt sowie Säure-Basen-Haushalt im Blut. Wichtig bei Patienten mit Ateminsuffizienz.
Bilanzierung
Flüssigkeitsbilanz / Bilanzierung
Gegenüberstellung von Einfuhr (Trinken, Sondenkost, Infusionen) und Ausfuhr (Urin, Stuhl, Erbrechen, Drainagen) über einen definierten Zeitraum, meist 24 Stunden. Positive Bilanz bedeutet mehr Ein- als Ausfuhr, negative Bilanz umgekehrt. Erfordert lückenlose Einzelwerte mit Uhrzeit – geschätzte Sammeleinträge machen die Bilanz wertlos.
Biographiearbeit
Biographiearbeit
Pflegeansatz bei dem die Lebensgeschichte des Pflegebedürftigen als Basis für die Pflege genutzt wird. Besonders wichtig bei Menschen mit Demenz, da bekannte Vorlieben, Rituale und Gewohnheiten die Pflege erleichtern. Wird in der Informationssammlung dokumentiert.
Braden-Skala
Braden-Skala
Standardisiertes Assessment zur Einschätzung des Dekubitusrisikos. Bewertet sechs Faktoren: Sensorisches Empfindungsvermögen, Feuchtigkeit, Aktivität, Mobilität, Ernährung, Reibung und Scherkräfte. Score unter 18 bedeutet erhöhtes Risiko.
BtM
Betäubungsmittel
Stark wirksame Medikamente (z. B. Morphin, Fentanyl) mit Suchtpotenzial, die dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegen. Unterliegen besonderen Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten.
BZ
Blutzucker
Konzentration von Glukose im Blut. Wird in mg/dl oder mmol/l gemessen. Regelmäßige Kontrolle bei Diabetes-Patienten, Werte werden in der Pflegedokumentation festgehalten.

C

Cave
Cave (Warnhinweis)
Lateinisch für „hüte dich“. Kennzeichnet in Dokumentation und Verordnungen einen besonderen Gefahrenhinweis – z. B. „Cave: Penicillinallergie“ oder „Cave: Sturzgefahr“. Gehört an eine prominente, sofort sichtbare Stelle (Stammblatt, Übergabe), nicht in den Fließtext.
Chronische Wunde
Chronische Wunde
Wunde die trotz fachgerechter Behandlung nach 6–12 Wochen nicht vollständig abgeheilt ist. Häufige Formen: Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwür), diabetisches Fußulkus, Dekubitus. Erfordert strukturierte Wunddokumentation.

D

DD
Differentialdiagnose
Gegenüberstellung verschiedener möglicher Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen. Dient als Grundlage für die ärztliche Diagnosestellung.
Dehydratationsprophylaxe
Dehydratationsprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Flüssigkeitsmangel. Umfasst regelmäßiges Anbieten von Getränken, Trinkkontrolle und -protokoll, Beobachtung von Dehydratationszeichen (trockene Schleimhäute, Hautturgor, konzentrierter Urin, Verwirrtheit), Flüssigkeitsbilanzierung und bei Bedarf ärztliche Abklärung für Infusionstherapie.
Deku
Dekubitus
Druckgeschwür, das durch anhaltenden Druck auf Hautstellen entsteht, meist bei immobilen Patienten. Wird in vier Grade eingeteilt. Prävention ist zentraler Teil der Pflegeplanung.
Dekubitus
Druckgeschwür
Gewebeschädigung durch anhaltenden Druck, Scherkräfte oder Reibung – meist bei immobilen Patienten. Einteilung in Grad I–IV. Primär durch regelmäßige Lagerung und Druckentlastung zu verhindern.
Dekubitusprophylaxe
Dekubitusprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Druckgeschwüren. Umfasst regelmäßige Umlagerung (je nach Risiko alle 2–4 Stunden), druckentlastende Hilfsmittel (Weichlagerungsmatratzen, Fersenschützer), Hautpflege und Mobilisationsförderung. Risiko wird mit Braden- oder Norton-Skala eingeschätzt.
Delegation
Delegation
Übertragung einer ärztlichen Tätigkeit zur Durchführung an eine qualifizierte Pflegekraft, während die Anordnungsverantwortung ärztlich bleibt. Voraussetzungen: eindeutige Anordnung, Qualifikation und Einweisung der Pflegekraft sowie deren Bereitschaft zur Übernahme. Abzugrenzen von der Substitution.
Delirprophylaxe
Delirprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung eines Delirs – einem akuten Verwirrtheitszustand mit Bewusstseins- und Orientierungsstörungen. Umfasst Orientierungshilfen (Uhr, Kalender, vertraute Gegenstände), ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Schlaf-Wach-Rhythmus fördern, Schmerzkontrolle, Mobilisation, Vermeidung von Polypharmazie und ruhige Umgebungsgestaltung.
Demenz
Demenz
Sammelbegriff für Erkrankungen, die zu Gedächtnis-, Denk- und Orientierungsstörungen führen. Häufigste Form: Alzheimer-Demenz. Hat erhebliche Auswirkungen auf die Pflegeplanung und -dokumentation.
Deprivationsprophylaxe
Deprivationsprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von sensorischer und sozialer Verarmung – besonders bei immobilen oder kognitiv eingeschränkten Pflegebedürftigen. Umfasst regelmäßige Ansprache und Zuwendung, Beschäftigungsangebote, Sinnesaktivierung (Musik, Berührung, Gerüche), Kontakt zu Angehörigen und Erhalt von Tagesstruktur.
Dienstplan-Abkürzungen
Abkürzungen im Dienstplan
Kürzel für Schichten und Abwesenheiten – häufig F (Frühdienst), S (Spätdienst), N (Nachtdienst), ZD (Zwischendienst), G (geteilter Dienst), U (Urlaub), K (krank), FA (Freizeitausgleich), FR (frei), FB (Fortbildung). Die Kürzel sind nicht bundeseinheitlich geregelt und unterscheiden sich je Träger und Software – maßgeblich ist immer die Legende des eigenen Dienstplans.
DMS
Durchblutung, Motorik, Sensibilität
Kontrollschema zur Überwachung einer Extremität – etwa nach Gipsanlage, straffem Verband, Operation oder Sturz. Geprüft werden Hautfarbe und -temperatur sowie Puls (Durchblutung), Bewegungsfähigkeit (Motorik) und Gefühl wie Kribbeln oder Taubheit (Sensibilität). Auffälligkeiten sind sofort ärztlich zu melden und im Pflegebericht festzuhalten.
Dokumentenlenkung
Dokumentenlenkung
Qualitätsmanagement-Verfahren, das sicherstellt, dass ausschließlich gültige und aktuelle Dokumente im Umlauf sind. Umfasst Erstellung, Prüfung, Freigabe, Kennzeichnung (Version, Datum, freigebende Person), Verteilung, Archivierung und den Einzug veralteter Fassungen. Betrifft u. a. Pflegestandards, Verfahrensanweisungen, Formulare und Checklisten.
DRG
Diagnosis Related Groups
Fallpauschalen-System zur Abrechnung von Krankenhausleistungen. Jeder Aufenthalt wird einer Gruppe zugeordnet, die den Erstattungsbetrag bestimmt.
Durchführungsverantwortung
Durchführungsverantwortung
Verantwortung der Pflegekraft für die fachgerechte Ausführung einer delegierten Maßnahme – einschließlich der Prüfung, ob sie sich dafür qualifiziert und befähigt sieht. Bestehen Zweifel, muss die Übernahme abgelehnt oder remonstriert werden. Die Dokumentation der Durchführung mit Handzeichen gehört dazu.
Dysphagie
Schluckstörung
Schwierigkeiten beim Schlucken von Speisen oder Flüssigkeiten. Kann zu Aspiration (Eindringen in die Atemwege) führen. Wichtig für die Dokumentation bei der Nahrungsaufnahme.

E

EKG
Elektrokardiogramm
Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Dient zur Diagnose von Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen.
EP
Ernährungsprotokoll / Einfuhrprotokoll
Dokumentation der täglich zugeführten Nahrung und Flüssigkeit eines Patienten. Wichtig bei Mangelernährung, Dysphagie oder bilanzierter Ernährung.
Evaluation
Evaluation in der Pflege
Regelmäßige Überprüfung ob die Pflegeziele erreicht wurden und ob die geplanten Maßnahmen wirksam sind. Bestandteil des Pflegeprozesses nach AEDL. Wird in der Pflegedokumentation mit Datum und Ergebnis festgehalten. Unterschied zur Pflegeanamnese: Die Anamnese erfasst Ausgangssituation, die Evaluation bewertet den Verlauf.
Evaluieren
Evaluieren in der Pflege
Prozess der Überprüfung von Pflegemaßnahmen und Pflegezielen. Evaluieren bedeutet: Beobachten, vergleichen (Ist-Zustand vs. Zielzustand), bewerten und dokumentieren. Regelmäßiges Evaluieren sichert Pflegequalität und ermöglicht frühzeitige Anpassung der Pflegeplanung.
Expertenstandard
Expertenstandard Pflege
Vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelte Qualitätsstandards für spezifische Pflegesituationen. Existieren u. a. für: Dekubitusprophylaxe, Sturzprophylaxe, Schmerzmanagement, Ernährungsmanagement, Kontinenzförderung und Wundversorgung.
Exsikkose
Austrocknung / Dehydration
Flüssigkeitsmangel im Körper. Symptome: trockene Schleimhäute, verminderter Hautturgor, konzentrierter Urin. Häufig bei älteren Pflegebedürftigen. Erfordert Flüssigkeitsbilanzierung.

F

FEM
Freiheitsentziehende Maßnahmen
Maßnahmen, die die Bewegungsfreiheit einschränken (z. B. Bettgitter, Fixierungen). Dürfen nur mit richterlichem Beschluss oder in Notfallsituationen angewendet werden und müssen lückenlos dokumentiert werden.
Flächendesinfektion
Flächendesinfektion
Reinigung und Desinfektion von Oberflächen zur Abtötung von Krankheitserregern. Unterschied: Reinigung entfernt Schmutz, Desinfektion tötet Keime ab. Bei MRSA, Norovirus oder anderen Infektionen besondere Protokolle erforderlich.
FP
Flüssigkeitsprotokoll / -bilanz
Systematische Erfassung der zugeführten und ausgeschiedenen Flüssigkeitsmengen. Wichtig bei Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen oder nach Operationen.

G

GCS
Glasgow Coma Scale
Standardisiertes Assessment zur Beurteilung des Bewusstseinszustands. Bewertet Augenöffnung, verbale und motorische Reaktion auf einer Skala von 3 (tiefes Koma) bis 15 (volle Orientierung).
Grundpflege
Grundpflege
Pflegerische Maßnahmen zur Unterstützung bei den Aktivitäten des täglichen Lebens: Körperpflege, Ernährung, Ausscheidung, Mobilisation, Kleiden. Abgrenzung zur Behandlungspflege (ärztlich verordnete medizinische Maßnahmen).
GuK
Gesundheits- und Krankenpflege / -pfleger:in
Ausgebildete Pflegefachkraft mit dreijähriger Ausbildung im Bereich der stationären und ambulanten Krankenversorgung. Seit 2020 durch die generalistische Pflegeausbildung abgelöst.

H

Händehygiene
Händehygiene
Wichtigste Maßnahme zur Infektionsprävention in der Pflege. Fünf Indikationen nach WHO: vor Patientenkontakt, vor aseptischer Tätigkeit, nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material, nach Patientenkontakt, nach Kontakt mit der Patientenumgebung.
Handzeichenliste
Handzeichenliste
Verzeichnis aller in der Einrichtung verwendeten Handzeichen mit Klarname, Funktion, Unterschriftsprobe und Gültigkeitszeitraum. Muss aktuell gehalten und so lange aufbewahrt werden wie die zugehörige Dokumentation – auch für ausgeschiedene Mitarbeitende. Wird bei Prüfungen regelmäßig eingesehen.
HDZ
Handzeichen
Persönliches Kürzel, mit dem eine Pflegekraft jeden Eintrag in der Pflegedokumentation zeichnet. Es muss über die Handzeichenliste eindeutig einer Person zuzuordnen sein. Ohne eindeutige Zuordnung ist ein Eintrag im Streitfall kaum beweiskräftig.
HF
Herzfrequenz
Anzahl der Herzschläge pro Minute. Normalwert für Erwachsene: 60–100/min. Wichtiger Vitalparameter, wird in der Pflegedokumentation als Puls erfasst.
HWI
Harnwegsinfekt
Infektion der Harnwege (Blase, Harnröhre, Nieren). Häufig bei immobilen Patienten oder bei Dauerkatheter. Symptome: Brennen beim Wasserlassen, trüber oder übelriechender Urin.

I

i.m.
Intramuskulär
In den Muskel injiziert. Häufig für Impfungen oder Depotmedikamente. Typische Injektionsorte: Oberschenkel, Deltamuskel, Gesäß.
i.v.
Intravenös
Direkt in die Vene verabreicht. Häufige Applikationsform für Medikamente, Infusionen oder Bluttransfusionen. Abgrenzung zu s.c. (subkutan) und i.m. (intramuskulär).
IKM
Inkontinenzmaterial
Hilfsmittel zur Versorgung bei Harn- oder Stuhlinkontinenz – z. B. Vorlagen, Inkontinenzslips, Betteinlagen. Die Auswahl richtet sich nach Inkontinenzform, Ausscheidungsmenge, Mobilität und Hautzustand. Verbrauch, Wechsel und Hautkontrolle werden dokumentiert; die Versorgung ist Teil der Kontinenzförderung und ersetzt diese nicht.
Immobilität
Immobilität
Eingeschränkte oder fehlende Bewegungsfähigkeit. Führt zu einem erhöhten Risiko für Dekubitus, Pneumonie, Thrombose, Kontrakturen und Obstipation. Mobilisation ist ein zentrales Pflegeziel zur Prophylaxe von Immobilisationsfolgen.
Immobilitätsprophylaxe
Immobilitätsprophylaxe
Gesamtheit aller Maßnahmen zur Vermeidung von Folgen der Immobilität. Umfasst Lagerungswechsel, Frühmobilisation, Bewegungsübungen, Atemübungen, Flüssigkeitsversorgung und Aktivierung. Adressiert gleichzeitig mehrere Prophylaxen.
Informationssammlung
Strukturierte Informationssammlung
Seit 2017 zentrales Instrument der entbürokratisierten Pflegedokumentation. Ersetzt in vielen Einrichtungen die frühere Pflegeanamnese. Erfasst Selbstauskunft des Pflegebedürftigen und Risikoeinschätzung.
Informed Consent
Informed Consent / Einwilligung nach Aufklärung
Rechtliches Prinzip: Pflegebedürftige müssen vor Maßnahmen aufgeklärt werden und einwilligen. Bei eingeschränkter Einwilligungsfähigkeit: gesetzlicher Betreuer oder Vorsorgevollmacht. Zustimmungsverweigerung muss dokumentiert werden.
Intertrigoprophylaxe
Intertrigoprophylaxe
Vorbeugung von Intertrigo – einer Hautentzündung in Körperfalten (z. B. unter der Brust, in der Leiste, zwischen den Zehen) durch Feuchtigkeit und Reibung. Maßnahmen: Hautfalten trocken halten, Zinkpaste oder Hautschutzcremes, Baumwolleinlagen, regelmäßige Inspektion der gefährdeten Stellen.

K

KG
Körpergewicht
Gewicht einer Person in Kilogramm. Regelmäßige Gewichtskontrollen sind wichtig zur Erkennung von Mangelernährung, Ödemen oder ungewolltem Gewichtsverlust.
KH
Krankenhaus
Stationäre Einrichtung zur Diagnostik, Behandlung und Pflege erkrankter Personen. Abgrenzung zu Pflegeheim (Langzeitpflege) und ambulanter Versorgung.
KHK
Koronare Herzkrankheit
Erkrankung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose. Kann zu Angina pectoris oder Herzinfarkt führen. Häufige Grunderkrankung bei Pflegebedürftigen.
Kieferkontrollgriff
Kieferkontrollgriff
Handgriff zur Unterstützung von Mundschluss und Kieferbewegung beim Anreichen von Essen und Trinken – etwa bei Dysphagie, Demenz oder nach Schlaganfall. Erfordert Einweisung, eine ruhige Umgebung und das Einverständnis der betroffenen Person. Gegen den erkennbaren Willen darf er nicht angewendet werden.
Kinaesthetics
Kinaesthetics
Bewegungskonzept in der Pflege zur schonenden Mobilisation und Lagerung von Pflegebedürftigen. Ziel: Eigenaktivität fördern, Pflegekräfte entlasten, Verletzungsrisiko senken. Basiert auf dem Verständnis von menschlicher Bewegung und Wahrnehmung.
Körperpflege
Körperpflege in der Dokumentation
Pflegebericht zur Körperpflege dokumentiert: Umfang der Unterstützung (vollständig übernommen, teilweise unterstützt, angeleitet), Besonderheiten (Ablehnung, Hautzustand, Verhalten), Uhrzeit und wer die Pflege durchgeführt hat.
Kontraktur
Gelenkversteifung
Dauerhafte Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit durch Verkürzung von Muskeln, Sehnen oder Bindegewebe. Entstehung durch Immobilität. Prophylaxe durch Bewegungsübungen und Lagerung.
Kontrakturprophylaxe
Kontrakturprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Gelenkversteifungen. Umfasst regelmäßige Bewegungsübungen (aktiv oder passiv), physiotherapeutische Mitbehandlung, funktionsgerechte Lagerung, Schienen und frühzeitige Mobilisation. Besonders gefährdet: Spastiker, bettlägerige oder bewusstseinsgeminderte Patienten.
Krankenbeobachtung
Krankenbeobachtung / Patientenbeobachtung
Systematisches, kontinuierliches Wahrnehmen und Bewerten des körperlichen, geistigen und seelischen Zustands. Beobachtungskriterien sind u. a. Bewusstsein, Atmung, Kreislauf, Haut, Ausscheidung, Ernährung, Mobilität, Schmerz, Schlaf und Verhalten. Grundlage jeder Pflegeplanung – Veränderungen gehören zeitnah und konkret in den Pflegebericht.

L

Lagerung
Lagerung / Positionierung
Gezielte Positionierung des Körpers zur Druckentlastung, Atemunterstützung oder Mobilisation. Häufige Lagerungsformen: Rückenlage, 30-Grad-Lagerung, Seitenlage, V-A-T-I-Lagerung (Atemunterstützung). Wird in der Pflegedokumentation mit Uhrzeit, Position und Reaktion dokumentiert.
Lagerungsprotokoll
Lagerungsprotokoll / Bewegungsprotokoll
Nachweis über durchgeführte Positionswechsel bei dekubitus- oder kontrakturgefährdeten Menschen. Erfasst werden Datum, Uhrzeit, eingenommene Position, Hilfsmittel und Handzeichen. Das Intervall ergibt sich aus individueller Risikoeinschätzung und Hautbeobachtung, nicht aus einem starren Zeitschema – der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe fordert einen individuellen Bewegungsförderungsplan.
Leistungsnachweis
Leistungsnachweis / Leistungserfassung
Nachweis der tatsächlich erbrachten Pflegeleistungen und Grundlage der Abrechnung mit den Kostenträgern, besonders im ambulanten Dienst. Jede Leistung wird mit Datum, Leistungskomplex bzw. Ziffer und Handzeichen quittiert, im ambulanten Bereich zusätzlich durch Unterschrift der pflegebedürftigen Person. Nicht dokumentierte Leistungen gelten als nicht erbracht – Lücken führen zu Rückforderungen.
Li.
Links
Bezeichnet die linke Körperseite. Standardabkürzung in der Pflegedokumentation, z. B. 'li. OS' = linker Oberschenkel, 'li. Arm'.
LZ
Langzeitpflege
Dauerhafte pflegerische Versorgung von Menschen, die dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sind – z. B. in stationären Pflegeeinrichtungen oder durch ambulante Dienste.

M

Mangelernährung
Mangelernährung
Unzureichende Aufnahme von Nährstoffen. Symptome: Gewichtsverlust, Muskelschwund, Wundheilungsstörungen. Erfassung mit MNA (Mini Nutritional Assessment). Häufig bei älteren Pflegebedürftigen und nach Operationen.
MD
Medizinischer Dienst
Früher MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung). Unabhängige Begutachtungsstelle, die Pflegegrade, Hilfsmittelversorgung und Qualität in Pflegeeinrichtungen prüft.
MDK
Medizinischer Dienst der Krankenversicherung
Seit 2020 umbenannt in MD (Medizinischer Dienst). Prüft im Auftrag der Krankenkassen die Pflegebedürftigkeit sowie die Qualität stationärer Pflegeeinrichtungen.
Mikrolagerung
Mikrolagerung / Mikrobewegung
Minimale Positionsveränderung um wenige Zentimeter oder Grad, etwa durch Unterschieben eines kleinen Kissens oder gefalteten Handtuchs. Verlagert den Auflagedruck, ohne die Person zu wecken oder vollständig umzulagern. Ergänzt Makrolagerungen (kompletter Positionswechsel) – besonders nachts, bei Schmerzen und in der Palliativsituation.
MNA
Mini Nutritional Assessment
Standardisiertes Screening-Instrument zur Erfassung von Mangelernährung. Besteht aus Screening (6 Fragen) und Assessment (12 Fragen). Score unter 17 bedeutet Mangelernährung, unter 23,5 Risiko. Wird in der Pflegeplanung dokumentiert.
Morse-Fall-Skala
Morse Fall Scale
Standardisiertes Assessment zur Einschätzung des Sturzrisikos. Bewertet sechs Faktoren: Sturzanamnese, Begleiterkrankungen, Gehhilfsmittel, Infusionstherapie, Gang/Transfer, Orientierungszustand. Werte ab 45 bedeuten hohes Sturzrisiko.
MRE
Multiresistente Erreger
Krankheitserreger, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind (z. B. MRSA, ESBL). Erfordern besondere Hygienestandards (Isolierung, Schutzausrüstung) und Dokumentation.
MRSA
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
Häufigster multiresistenter Keim im Krankenhaus- und Pflegebereich. Übertragung v. a. über Hände. Strikte Hygieneregeln und Isolierungsmaßnahmen sind verpflichtend.
Mundpflege
Mundpflege Dokumentation
Pflegerische Maßnahme zur Reinigung und Befeuchtung der Mundschleimhaut. Besonders wichtig bei: beatmeten Patienten, nach Operationen, bei Schluckstörungen, Sondenernährung. Dokumentiert werden Zustand der Mundhöhle, Maßnahmen und Reaktion.

N

Norton
Norton-Skala
Assessment-Instrument zur Einschätzung des Dekubitusrisikos. Bewertet fünf Faktoren (körperlicher Zustand, geistiger Zustand, Aktivität, Mobilität, Inkontinenz). Je niedriger der Score, desto höher das Risiko.
NRS
Numerische Rating-Skala
Standardinstrument zur Schmerzerfassung. Der Patient bewertet seinen Schmerz auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz). Wert wird von der betroffenen Person selbst angegeben.

O

Objektiv / Subjektiv
Objektive und subjektive Informationen
Objektive Informationen sind messbar oder von außen beobachtbar – etwa „Blutdruck 150/90 mmHg“ oder „Rötung am Steißbein, 2 cm, nicht wegdrückbar“. Subjektive Informationen gibt die pflegebedürftige Person selbst wieder – „Mir ist schwindelig“. Im Pflegebericht werden beide getrennt und wertfrei festgehalten: subjektive Aussagen als Zitat, objektive als konkreter Befund. Interpretationen gehören klar gekennzeichnet.
Obstipation
Verstopfung
Verzögerte oder unvollständige Darmentleerung, weniger als dreimal pro Woche. Häufige Nebenwirkung von Schmerzmedikamenten oder bei Immobilität. Dokumentation der Stuhlfrequenz wichtig.
Obstipationsprophylaxe
Obstipationsprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Verstopfung. Umfasst ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffreiche Ernährung, Mobilisation, Bauchmassage sowie Dokumentation der Stuhlfrequenz. Besonders wichtig bei Opioidgabe, Immobilität oder nach Operationen.
OS
Oberschenkel
Oberes Segment des Beines zwischen Hüfte und Knie. Abkürzung in der Pflegedokumentation bei der Beschreibung von Verletzungen oder Injektionsstellen, z. B. 'li. OS' = linker Oberschenkel.

P

PAL
Praxisanleitung / Praxisanleiter:in
Pflegefachkraft mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation, die Auszubildende in der Praxis anleitet, begleitet und beurteilt. Nach § 4 PflAPrV ist mindestens 10 % der praktischen Ausbildungszeit eines Einsatzes strukturiert anzuleiten – die Anleitungen sind zu planen und zu dokumentieren.
PDL
Pflegedienstleitung
Führungskraft, die den Pflegedienst einer Einrichtung leitet und für Organisation, Qualitätssicherung und Personalführung verantwortlich ist.
PEG
Perkutane endoskopische Gastrostomie
Magensonde, die durch die Bauchdecke direkt in den Magen führt. Ermöglicht künstliche Ernährung bei Schluck- oder Bewusstseinsstörungen. Erfordert besondere Pflegemaßnahmen und Dokumentation.
PESR
Problem, Etiology, Symptome, Ressourcen
Strukturiertes Schema zur Pflegedokumentation. Beschreibt das pflegerische Problem, seine Ursache, beobachtbare Symptome und vorhandene Ressourcen des Patienten. Geeignet für die Akutversorgung und Schichtübergabe.
PFA
Pflegefachassistenz
Assistenzberuf mit ein- bis zweijähriger Ausbildung. Bezeichnung, Dauer und Kompetenzen sind Ländersache und unterscheiden sich deutlich – teils Pflegeassistenz, teils Pflegefachassistenz. Übernimmt Pflegemaßnahmen bei stabilen Pflegesituationen weitgehend eigenständig, arbeitet aber unter Verantwortung einer Pflegefachkraft.
PFK
Pflegefachkraft
Person mit abgeschlossener dreijähriger Pflegeausbildung – seit 2020 generalistisch als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann, zuvor Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Verantwortet die Steuerung des Pflegeprozesses; die Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG (Erhebung des Pflegebedarfs, Planung, Steuerung und Analyse der Pflege) dürfen ausschließlich von Pflegefachkräften wahrgenommen werden.
Pflegeanamnese
Pflegeanamnese
Systematische Informationssammlung zu Beginn des Pflegeprozesses: Gewohnheiten, Fähigkeiten, Ressourcen, Einschränkungen, Biografie und Erwartungen der pflegebedürftigen Person. Erster Schritt des Pflegeprozesses und Grundlage für Pflegediagnosen und Maßnahmenplanung. Im Strukturmodell übernimmt die Strukturierte Informationssammlung (SIS) diese Funktion.
Pflegebericht
Pflegebericht
Schriftliche Aufzeichnung pflegerischer Beobachtungen, Maßnahmen und Ereignisse. Bestandteile: Was ist passiert? (Beobachtung), Was wurde getan? (Maßnahme), Wie hat der Pflegebedürftige reagiert? (Ergebnis). Grundsatz: objektiv, beobachtbar, keine Interpretationen.
Pflegediagnose
Pflegediagnose
Beschreibung eines pflegerischen Problems oder Risikos, das durch Pflegehandlungen beeinflusst werden kann. Abgrenzung zur ärztlichen Diagnose: Pflegediagnosen betreffen die Reaktion auf Erkrankungen, nicht die Erkrankung selbst. Beispiel: 'Selbstversorgungsdefizit Körperpflege'.
Pflegedokumentation
Pflegedokumentation
Schriftliche Erfassung des gesamten Pflegeprozesses – von der Pflegeanamnese über Planung und Durchführung bis zur Evaluation. Ziele: Sicherung der Pflegequalität, Informationsweitergabe im Team, Nachweis gegenüber Medizinischem Dienst und Kostenträgern sowie rechtliche Absicherung. Grundsätze: sachlich, zeitnah, vollständig, nachvollziehbar und unveränderbar – Korrekturen nur durchstreichen (lesbar), mit Datum und Handzeichen. Umfasst u. a. Stammblatt, Informationssammlung, Maßnahmenplan, Pflegebericht und Leistungsnachweise.
Pflegeevaluation
Pflegeevaluation
Systematische Bewertung der durchgeführten Pflege und der Zielerreichung. Kernfrage: Hat die Maßnahme gewirkt? Wenn nein – warum nicht und was muss angepasst werden? Pflegeevaluation ist Pflicht im Pflegeprozess und bildet die Grundlage für die Pflegeplanung.
Pflegegradermittlung
Pflegegradermittlung
Feststellung des Pflegegrades durch den MD (Medizinischen Dienst) anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA). Bewertet sechs Lebensbereiche. Pflegegrade 1–5 bestimmen den Leistungsanspruch gegenüber der Pflegeversicherung.
Pflegeintervention
Pflegeintervention
Konkrete, geplante Pflegemaßnahme zur Erreichung eines Pflegeziels – z. B. „Unterstützung beim Waschen des Rückens, täglich morgens“. Wird im Maßnahmenplan mit Häufigkeit, Zeitpunkt und Durchführungsart hinterlegt und nach Durchführung mit Handzeichen quittiert. Je konkreter die Formulierung, desto belastbarer der Nachweis.
Pflegekonzept
Pflegekonzept
Grundlegendes Dokument einer Pflegeeinrichtung das Werte, Ziele und Methoden der Pflege beschreibt. Enthält das zugrunde liegende Pflegemodell (z. B. AEDL, ATL), Qualitätsziele und die Unternehmensphilosophie.
Pflegeprozess
Pflegeprozess
Systematisches, zyklisches Vorgehen in der Pflege in sechs Schritten: 1. Informationssammlung, 2. Pflegediagnose, 3. Pflegeziele, 4. Pflegeplanung, 5. Durchführung, 6. Evaluation. Grundlage der entbürokratisierten Pflegedokumentation.
Pflegerecht
Pflegerecht
Gesamtheit der rechtlichen Regelungen im Pflegebereich: SGB XI (Pflegeversicherung), SGB V (Krankenversicherung), Heimgesetze der Länder, Betreuungsrecht, Infektionsschutzgesetz. Für Pflegekräfte besonders relevant: Dokumentationspflicht, Schweigepflicht, Haftung.
Pflegestandard
Pflegestandard
Einrichtungsintern oder übergreifend definierter Qualitätsmaßstab für eine spezifische Pflegesituation. Beschreibt Mindestanforderungen, Vorgehensweisen und Qualitätskriterien. Basis für die Überprüfung der Pflegequalität.
Pflegestandard Exsikkose
Pflegestandard Exsikkose
Standardisierte Vorgehensweise zur Erkennung, Dokumentation und Behandlung von Flüssigkeitsmangel. Umfasst: regelmäßige Einschätzung des Flüssigkeitsstatus, Trinkangebote, Trinkprotokoll, Dokumentation von Zeichen der Exsikkose (trockene Schleimhäute, dunkler Urin, Verwirrtheit).
Pflegeübergabe
Pflegeübergabe
Schichtübergabe zwischen Pflegekräften zur Weitergabe relevanter Informationen über den Zustand der Pflegebedürftigen. Strukturiert nach SBAR (Situation, Background, Assessment, Recommendation) oder ähnlichen Schemata. Gute Übergaben reduzieren Informationsverluste.
PHK
Pflegehilfskraft
Mitarbeitende ohne dreijährige Pflegeausbildung – angelernt oder mit Basiskurs. Übernimmt vor allem grundpflegerische Tätigkeiten und Hilfestellungen. Behandlungspflege nur nach Delegation, Einweisung und Befähigungsnachweis durch eine Pflegefachkraft. Dokumentationspflicht besteht für jede selbst durchgeführte Maßnahme.
PK
Pflegekraft / Pflegekasse
Pflegekraft: Person, die pflegerische Tätigkeiten ausführt. Pflegekasse: Versicherungszweig zur Finanzierung von Pflegeleistungen (Teil der gesetzlichen Sozialversicherung).
Pneumonie
Lungenentzündung
Entzündung des Lungengewebes, häufig durch Bakterien. Besonders gefährdet: bettlägerige Patienten. Prophylaxe durch Atemübungen, Mobilisation und Lagerung.
Pneumonieprophylaxe
Pneumonieprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung einer Lungenentzündung. Umfasst Atemübungen (z. B. Atemtrainer, Bläschenblasübungen), regelmäßige Oberkörperhochlagerung (30–45°), Mobilisation, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Mundpflege. Besonders wichtig bei bettlägerigen Patienten.
Positionierung
Positionierung (siehe Lagerung)
Fachbegriff für die gezielte Platzierung des Körpers – oft synonym mit Lagerung verwendet. In der entbürokratisierten Pflege bevorzugter Begriff, da er die aktive Beteiligung des Pflegebedürftigen einschließt.
PPR
Pflegepersonalregelung
Instrument zur Berechnung des Pflegepersonalbedarfs in Krankenhäusern auf Basis des Pflegeaufwands der Patienten. Grundlage für Stellenplanung und Finanzierung.
Primary Nursing
Primary Nursing / Bezugspflege
Pflegeorganisationsform, bei der eine Pflegefachkraft (Primary Nurse) für einen festen Kreis pflegebedürftiger Menschen von der Aufnahme bis zur Entlassung durchgehend verantwortlich ist – inklusive Pflegeplanung und Evaluation. In ihrer Abwesenheit führen Associate Nurses den Plan fort. Ziel: Kontinuität, klare Verantwortung und weniger Informationsverluste.
Prophylaxe
Vorbeugung / Prävention
Maßnahmen zur Verhinderung von Komplikationen (z. B. Dekubitus-, Sturz-, Pneumonie-, Thromboseprophylaxe). Zentraler Bestandteil der Pflegeplanung.

Q

Quincke-Lagerung
Quincke-Lagerung
Lagerung mit tiefergelegtem Oberkörper und erhöhtem Becken zur Sekretdrainage aus den unteren Lungenabschnitten. Wird zur Sekretmobilisation zeitlich eng begrenzt eingesetzt. Kontraindiziert u. a. bei erhöhtem Hirndruck, Herzinsuffizienz und Aspirationsgefahr – nur nach ärztlicher Rücksprache und unter Beobachtung.

R

RAI
Resident Assessment Instrument
Standardisiertes Assessmentverfahren zur umfassenden Einschätzung pflegebedürftiger Menschen, ursprünglich für die Langzeitpflege entwickelt. Besteht aus einem Erhebungsbogen (Minimum Data Set) und Abklärungshilfen, aus denen sich Problembereiche und Pflegeziele ableiten. In Deutschland wenig verbreitet, in der Schweiz deutlich weiter etabliert.
Re.
Rechts
Bezeichnet die rechte Körperseite. Standardabkürzung in der Pflegedokumentation, z. B. 're. Knie' oder 're. Schulter'.
Remonstration
Remonstration / Remonstrationspflicht
Pflicht einer Pflegekraft, Bedenken gegen eine Anordnung gegenüber der anordnenden Person zu äußern, wenn sie diese für fachlich falsch, gefährlich oder nicht durchführbar hält – etwa bei unklarer oder unplausibler Medikamentenanordnung. Die Remonstration sollte schriftlich erfolgen und dokumentiert werden. Wer trotz erkannter Gefahr ausführt, haftet mit (Übernahmeverschulden).
Ressourcenorientierung
Ressourcenorientierte Pflege
Pflegeansatz der die vorhandenen Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten des Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt stellt. Gegenteil: defizitorientierter Ansatz. Ressourcen werden in der Pflegedokumentation systematisch erfasst.
RR
Riva-Rocci (Blutdruck)
Abkürzung für Blutdruck, benannt nach dem Erfinder Scipione Riva-Rocci. Wird in der Pflegedokumentation häufig für Blutdruckwerte verwendet, z. B. 'RR 130/85 mmHg'.

S

s.c.
Subkutan
Unter die Haut injiziert – z. B. Insulin oder Heparin. Typische Injektionsorte: Bauch, Oberschenkel, Oberarm.
SBAR
SBAR-Schema
Strukturiertes Kommunikationsmodell für die Übergabe: Situation (Was ist gerade los?), Background (Hintergrund der Situation), Assessment (Einschätzung des Problems), Recommendation (Empfehlung für weitere Maßnahmen). Verbessert die Kommunikation zwischen Pflegekräften und Ärzten.
Scherkräfte
Scherkräfte
Kräfte, die entstehen, wenn Hautschichten gegeneinander verschoben werden – etwa beim Herunterrutschen im Bett mit erhöhtem Kopfteil. Die Haut haftet an der Unterlage, während tiefere Gewebeschichten mitwandern; Gefäße knicken ab und das Gewebe wird minderdurchblutet. Zusammen mit Druck und Reibung eine Hauptursache für Dekubitus.
Schmerzassessment
Schmerzassessment
Systematische Erfassung von Schmerzen mit validierten Instrumenten. Bei kommunikativen Patienten: NRS oder VAS. Bei Demenz oder Bewusstlosigkeit: BESD oder ZOPA. Schmerz ist als fünftes Vitalzeichen zu verstehen und regelmäßig zu dokumentieren.
Schmerzprophylaxe
Schmerzprophylaxe
Maßnahmen zur Vorbeugung und Reduktion von Schmerzen. Umfasst schmerzarme Lagerung, Anticipatory-Dosing (Schmerzmittel vor schmerzhaften Pflegemaßnahmen), regelmäßige Schmerzerfassung mit NRS oder BESD und Dokumentation. Basis für eine angepasste Pflegeplanung.
Schweigepflicht
Schweigepflicht
Gesetzlich verankerte Pflicht zur Vertraulichkeit gegenüber patientenbezogenen Informationen. Gilt für alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Verstöße können straf- und arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Ausnahme: Gefahr für Leib und Leben.
Selbstbestimmung
Selbstbestimmung in der Pflege
Grundrecht jedes Pflegebedürftigen, eigenständige Entscheidungen zu treffen – auch wenn diese pflegerisch nicht ideal sind. Ablehnung von Maßnahmen muss respektiert und dokumentiert werden. Grenze: Gefährdung anderer.
Sepsisprophylaxe
Sepsisprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung einer lebensbedrohlichen systemischen Infektion. Umfasst konsequente Händehygiene, steriles Arbeiten bei invasiven Maßnahmen (Katheter, Wunden), frühzeitige Infektionserkennung und Dokumentation von Infektionszeichen (Rötung, Erwärmung, Eiter, Fieber).
Soor-/Parotitisprophylaxe
Soor- und Parotitisprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Mundsoor (Pilzinfektion der Mundschleimhaut) und Parotitis (Speicheldrüsenentzündung). Umfasst regelmäßige und gründliche Mundpflege (mind. 2× täglich), Befeuchtung der Mundschleimhaut, Stimulation der Speichelproduktion (Kauen, Lutschen), Zahnarztbesuche und Dokumentation des Mundzustands.
SOP
Standard Operating Procedure
Schriftlich festgelegte Handlungsanweisung für einen wiederkehrenden Ablauf – etwa Umgang mit multiresistenten Erregern oder Vorgehen nach einem Sturz. Regelt verbindlich, wer was in welcher Reihenfolge tut. In der Pflege häufig gleichbedeutend mit Verfahrensanweisung oder Pflegestandard; unterliegt der Dokumentenlenkung.
SpO₂
Sauerstoffsättigung (periphere)
Messung des Sauerstoffgehalts im Blut per Pulsoxymeter. Normalwert: 95–99 %. Werte unter 90 % erfordern sofortige Maßnahmen. Wichtiger Vitalparameter.
Sturzprophylaxe
Sturzprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Sturzereignissen. Umfasst Umgebungsanpassung (rutschfeste Böden, ausreichende Beleuchtung, Haltegriffe), Hilfsmittelversorgung (Rollator, Gehstock), Schuhüberprüfung, Kraft- und Gleichgewichtstraining sowie Medikamentenüberprüfung. Sturzrisiko wird mit validierten Skalen eingeschätzt (z. B. Morse-Fall-Skala).
Sturzprotokoll
Sturzprotokoll
Strukturierte Dokumentation nach einem Sturzereignis. Enthält: Datum, Uhrzeit, Ort des Sturzes, Begleitumstände, Verletzungen, durchgeführte Maßnahmen, informierte Personen (Arzt, Angehörige). Grundlage für Risikoanalyse und Prävention weiterer Stürze.
Substitution
Substitution (Heilkundeübertragung)
Vollständige Übertragung heilkundlicher Aufgaben auf Pflegefachkräfte, die diese eigenverantwortlich und ohne ärztliche Einzelanordnung erbringen. Grundlagen sind § 64d SGB V (Modellvorhaben zur Heilkundeübertragung) und § 14 PflBG. Unterschied zur Delegation: dort verbleibt die Verantwortung beim ärztlichen Dienst. Der Begriff wird daneben auch für die Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit verwendet.
SWA
Sturz-Wiederholungsassessment
Strukturierte Einschätzung des Sturzrisikos nach einem Sturzereignis oder zu Beginn der Pflege. Ermöglicht gezielte Präventionsmaßnahmen in der Pflegeplanung.

T

Temp.
Temperatur / Körpertemperatur
Körperkerntemperatur in Grad Celsius. Normalwert: 36,5–37,5 °C. Fieber ab 38,0 °C, hohes Fieber ab 39,0 °C. Wichtiger Vitalparameter in der Pflegedokumentation.
Terminologie Pflege
Terminologie in der Pflege
Fachsprachlicher Wortschatz der Pflege – umfasst Abkürzungen, Fachbegriffe aus der Medizin, pflegewissenschaftliche Konzepte und einrichtungsinterne Begriffe. Einheitliche Terminologie verbessert Kommunikation und Dokumentationsqualität.
Thrombose
Blutgerinnsel in einer Vene
Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß. Risikofaktoren: Immobilität, Operationen, Herzerkrankungen. Prophylaxe: Mobilisation, Kompressionsstrümpfe, Heparingaben.
Thromboseprophylaxe
Thromboseprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Blutgerinnseln in den Venen. Umfasst Mobilisation, Kompressionsstrümpfe, Beinübungen (Fußkreisen, Wadenpumpe), ausreichende Flüssigkeitszufuhr und nach ärztlicher Anordnung subkutane Heparingaben. Risiko erhöht bei Immobilität, Operationen und Herzerkrankungen.
TK
Trinkkontrolle / Trinkprotokoll
Dokumentation der täglich getrunkenen Flüssigkeitsmenge. Wichtig bei Dehydratationsgefahr, Herzinsuffizienz oder nach Anordnung des Arztes.
TPN
Totale parenterale Ernährung
Vollständige Ernährung über die Vene, wenn keine orale oder enterale Ernährung möglich ist. Erfordert besondere Überwachung und Dokumentation.
Trinkprotokoll
Trinkprotokoll Pflegeheim
Dokumentation der täglich getrunkenen Flüssigkeitsmenge eines Pflegebedürftigen. Grundlage für die Einschätzung der Flüssigkeitsversorgung. Wird geführt bei Exsikkosegefahr, Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen oder nach ärztlicher Anordnung. Enthält: Uhrzeit, Getränk, Menge in ml.

U

UK
Unterschenkel
Unteres Segment des Beines zwischen Knie und Fuß. Abkürzung in der Pflegedokumentation bei Verletzungen, Ödemen oder Wunden, z. B. 'li. UK geschwollen'.
US
Ultraschall
Bildgebendes Verfahren mit Schallwellen. Wird in der Diagnostik eingesetzt, z. B. zur Beurteilung von Organen, Thrombosen oder Wunden.

V

Validation
Validation nach Naomi Feil
Kommunikationskonzept für den Umgang mit demenzerkrankten Menschen. Grundprinzip: Gefühle und die Wahrheit des Gegenübers werden wertfrei anerkannt ('validiert'), ohne zu korrigieren. Fördert Würde und reduziert Stress bei Menschen mit Demenz.
VAS
Visuelle Analogskala
Schmerzskala mit einer 10 cm langen Linie zwischen 'kein Schmerz' und 'schlimmster Schmerz'. Patient markiert selbst die Schmerzintensität. Alternative zur NRS.
Verlegungsbericht
Verlegungsbericht / Überleitungsbogen
Zusammenfassung aller pflegerelevanten Informationen beim Wechsel in eine andere Einrichtung, etwa vom Pflegeheim ins Krankenhaus. Enthält u. a. Diagnosen, Medikation, Allergien, Pflegegrad, Hilfsmittel, Wunden, Kontinenz, Ernährung, Mobilität, Kommunikation, Betreuung bzw. Vollmacht und Kontaktdaten der Bezugspersonen. Sichert die Versorgungskontinuität an der Schnittstelle.
VHF
Vorhofflimmern
Herzrhythmusstörung mit unregelmäßigem, schnellem Herzschlag. Erhöhtes Schlaganfallrisiko. Häufige Begleiterkrankung bei älteren Pflegebedürftigen.
Vitalzeichen
Vitalzeichen
Grundlegende Körperfunktionen die den Gesundheitszustand eines Menschen anzeigen: Blutdruck (RR), Herzfrequenz/Puls (HF), Atemfrequenz (AF), Körpertemperatur (Temp.), Sauerstoffsättigung (SpO₂). Schmerz wird als fünftes Vitalzeichen bezeichnet.
Vorsorgevollmacht
Vorsorgevollmacht
Rechtsdokument mit dem eine Person eine andere bevollmächtigt, im Fall der Handlungsunfähigkeit Entscheidungen zu treffen. Unterschied zur Patientenverfügung: Die Patientenverfügung enthält Wünsche zur medizinischen Behandlung, die Vorsorgevollmacht benennt eine Vertrauensperson.
VUG
Vorgelesen und genehmigt
Vermerk bei mündlich oder telefonisch entgegengenommenen ärztlichen Anordnungen: Die Anordnung wird der anordnenden Person wortwörtlich zurückgelesen und von ihr bestätigt. Dokumentiert werden Datum, Uhrzeit, Wortlaut, Name der anordnenden Person und Handzeichen. Die ärztliche Gegenzeichnung ist zeitnah nachzuholen.
VW
Verbandwechsel
Erneuerung eines Wundverbands. Wird in der Pflegedokumentation mit Datum, Uhrzeit und Beobachtung des Wundzustands festgehalten. Häufig mit Verweis auf Wunddokumentation.

W

WDL
Wohnbereichsdienstleitung
Führungskraft, die für einen bestimmten Wohnbereich in einer stationären Pflegeeinrichtung verantwortlich ist. Koordiniert Pflege und Personal im jeweiligen Bereich.
WHO
World Health Organization / Weltgesundheitsorganisation
Internationale Organisation der Vereinten Nationen für öffentliche Gesundheit. Erstellt u. a. Klassifikationssysteme wie ICD-10 und globale Pflegestandards.
Wundassessment
Wundassessment
Systematische Beurteilung einer Wunde mit standardisierten Parametern: Lokalisation, Größe (Länge × Breite × Tiefe), Wundgrund, Wundrand, Exsudat (Menge, Farbe, Konsistenz), Geruch, Umgebungshaut. Basis für die Wunddokumentation und Therapieplanung.

Z

ZOPA
Zurich Observation Pain Assessment
Beobachtungsinstrument zur Schmerzeinschätzung bei bewusstseinseingeschränkten oder nicht kommunizierbaren Patienten. Alternative zur BESD-Skala. Bewertet Körpersprache und physiologische Reaktionen.
ZVK
Zentralvenöser Katheter
Katheter, der in eine große Körpervene (z. B. V. subclavia) eingeführt wird. Dient zur Gabe von Medikamenten, Infusionen oder zur Messung des zentralvenösen Drucks. Erfordert besondere Hygienestandards und Dokumentation.
Zystitis-/Harnwegsprophylaxe
Zystitis- und Harnwegsprophylaxe
Maßnahmen zur Verhinderung von Harnwegsinfektionen. Umfasst ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Genitalhygiene von vorne nach hinten, regelmäßige Inkontinenzmaterialwechsel, konsequente Hygienestandards beim Katheterismus und Dokumentation von Auffälligkeiten (Trübung, Geruch, Brennen).
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